Projekte

Räume, die eine Haltung haben.

Schlittler Interior Design startet neu. Die folgenden Arbeiten sind Konzeptstudien, entwickelt an realen Schweizer Objekten und inszeniert mit Produkten aus unserem eigenen Sortiment. Zu jedem Raum steht, wie wir ihn gelesen und gelöst haben.

Landhaus Thurgau
Projekt 01

Landhaus Thurgau

Eingang und Wohnraum · Konzeptstudie 2026

Ausgangslage

Ein Riegelhaus von 1911, zweimal umgebaut. Der Eingang war ein dunkler Durchgang mit drei Türen auf engem Raum, der Wohnraum dahinter überstellt. Die Bauherrschaft wollte keinen Neubau im Altbau, sondern Ruhe.

Konzept

Wir behandeln den Eingang als eigenen Raum und nicht als Korridor. Eine einzige Sichtachse vom Eingang bis zum Fenster im Wohnraum ordnet alles Weitere. Möbliert wird nur, was diese Achse stützt: eine schmale Eichenkonsole, zwei Podeste in unterschiedlicher Höhe, sonst nichts.

Licht und Material

Der Kalkputz ist handverrieben, damit das Streiflicht am Nachmittag eine Struktur zum Arbeiten hat. Wir arbeiten mit drei Materialien statt mit sieben: geölte Eiche, Kalk, Glas. Die Windlichter auf Tannenholzpodesten sind ab 17 Uhr die einzige warme Lichtquelle, alles andere bleibt indirekt.

Ergebnis

Der Eingang wirkt grösser, obwohl kein Quadratmeter dazugekommen ist. Zwei Objekte tragen den Raum, weil alles andere weggelassen wurde.

Gewölbekeller St. Gallen
Projekt 02

Gewölbekeller St. Gallen

Degustationsraum · Konzeptstudie 2026

Ausgangslage

Ein Tonnengewölbe aus dem 17. Jahrhundert, bis dahin Lager. Kalte Oberflächen, kein Tageslicht ausser einem Schacht, starker Nachhall. Jede Deckenleuchte hätte das Gewölbe flach gemacht.

Konzept

Ein Gewölbe braucht keine Deckenleuchte, sondern einen Rhythmus. Wir setzen Podeste in gestaffelter Höhe entlang der Laibung, sodass das Licht der Wölbung folgt statt gegen sie zu arbeiten. Der Eichentisch bleibt die einzige grosse Fläche im Raum.

Licht und Material

Kerzenlicht bei rund 1800 Kelvin gegen kühlen Kalkstein ergibt den Kontrast, den elektrisches Licht hier nicht liefert. Gegen den Nachhall arbeiten wir mit Textil unter dem Tisch und mit offenen Nischen statt mit geschlossenen Flächen.

Ergebnis

Der Raum misst zwölf Grad und wirkt trotzdem warm. Das leistet die Lichtfarbe, nicht die Heizung.

Verwendete Objekte

Stadtwohnung Zürich
Projekt 03

Stadtwohnung Zürich

Licht und Farbe · Konzeptstudie 2025

Ausgangslage

Altbau mit 3.4 Metern Raumhöhe und Fenstern nach Norden. Die weissen Wände wirkten den ganzen Tag grau, und jede zusätzliche Lampe machte es kälter statt wärmer.

Konzept

Nordlicht ist stabil, aber kühl. Statt es aufzuhellen, wählen wir die Wandfarbe wärmer als das Licht: ein tiefes Greige mit Rotanteil. Eine einzige Wand bleibt knochenweiss und arbeitet als Reflektor.

Licht und Material

Zwei Lichtebenen: Tageslicht aus Norden und eine warme Ebene auf 2700 Kelvin in Kopfhöhe. Das Windlicht auf dem dunklen Podest liegt bewusst unter Augenhöhe, damit die Decke hoch bleibt. Die konische Glasvase steht im Schnittpunkt beider Quellen und sammelt beide Temperaturen.

Ergebnis

Derselbe Raum, dieselben Fenster, aber die Wände kippen nicht mehr ins Graue. Es wurde keine Lampe mehr installiert, sondern eine weniger.

Verwendete Objekte

Galerie Muolen
Projekt 04

Galerie Muolen

Ausstellungskonzept · Konzeptstudie 2026

Ausgangslage

Ein Dorfhaus mit unregelmässigen Wänden und niedrigen Stürzen. Für klassische Wandhängung zu krumm, zum Wohnen zu leer geräumt.

Konzept

Wir arbeiten nicht mit der Wand, sondern mit Sockeln. Objekte stehen frei im Raum, der Besucher umrundet sie. Die Wandfläche bleibt leer und wird dadurch selbst zum Exponat.

Licht und Material

Ein diffuses Grundlicht von rund 300 Lux plus ein einzelner warmer Akzent pro Objekt. Die Podeste sind aus rohem Tannenholz statt aus lackiertem MDF, damit sie mit dem Haus altern statt daneben zu stehen.

Ergebnis

Fünf Objekte wirken wie eine Ausstellung und nicht wie Dekoration. Den Unterschied macht der Abstand zwischen ihnen.

Verwendete Objekte

Treppenhaus Rorschach
Projekt 05

Treppenhaus Rorschach

Lichtführung · Konzeptstudie 2025

Ausgangslage

Ein Treppenhaus über drei Geschosse mit je einer Deckenleuchte pro Podest. Gleichmässig hell und vollkommen ohne Richtung, deshalb wirkte der Aufgang länger, als er ist.

Konzept

Treppen liest man über Rhythmus. Wir reduzieren die Deckenleuchten auf ein Minimum und setzen auf jedem Podest einen Lichtpunkt auf anderer Höhe. Wer hochgeht, folgt einer Reihe statt einer Fläche.

Licht und Material

Terrazzo reflektiert hart, Kalkputz weich. Das warme Licht liegt deshalb auf der Wand und nicht auf dem Boden. Der Handlauf ist brüniert statt poliert, damit er keine zweite Lichtlinie zieht.

Ergebnis

Die Treppe wirkt kürzer und ruhiger, bei deutlich geringerer Lichtmenge als vorher.

Verwendete Objekte

Kunstraum Bodensee
Projekt 06

Kunstraum Bodensee

Objektinszenierung · Konzeptstudie 2026

Ausgangslage

Ein grosser Raum am See mit sehr viel Glas. Silbriges, gleichmässiges Licht, das jedes Material flach erscheinen lässt und jede Farbe entwertet.

Konzept

Gegen flaches Licht hilft Textur, nicht Farbe. Wir setzen geflochtenes Rattan, Schwemmholz und geschnitztes Mangoholz gegen die glatten Flächen. Die Sitzgruppe steht bewusst ausserhalb der Raummitte, damit der Blick nicht sofort im Fenster endet.

Licht und Material

Das Seelicht wird nicht abgedunkelt, sondern gebrochen: offene Laibungen, ein schwerer Leinenvorhang an einer Seite, sonst nichts vor dem Glas.

Ergebnis

Der Raum verliert nichts von seiner Aussicht und gewinnt an Tiefe, weil im Vordergrund endlich etwas steht, das Schatten wirft.